Halbzeit auf den Hütten

Die gute Nachricht vorweg:  

alle unsere Hütten, bis auf das Brandenburger Haus haben fast pünktlich zu Saisonbeginn geöffnet und freuen sich über Euren Besuch.

Es sind aber einige Regeln zu beachten ohne die es dieses Jahr leider nicht geht: 

  1. Es besteht absolute Reservierungspflicht
  2. Bitte erkundigt Euch auf allen Hütten, ob ihr einen eigenen Schlafsack (nicht nur Hüttenschlafsack) mitbringen müsst

Weitere Infos, findet Ihr hier 

Hand-Desinfektion im Eingangsbereich

 
„Es war aber doch schon immer so….ja, aber dieses Jahr nicht!“ 
So oder so ähnlich beginnt bei unseren Hüttenwirten so ziemlich jede zweite Unterhaltung mit ankommenden Gästen.
Die Sommersaison begann mit vielen Fragezeichen, von der Wintersaison, März bis April, wollen wir hier gar nicht erst reden.
Ende Mai, Anfang Juni öffnen unsere Hütten normalerweise. Lange war aber unklar, ob sie öffnen dürfen, unter welchen Bedingungen und ob mit oder ohne Übernachtungsangebot. Es gab viele Diskussionen DAV und ÖAV haben mit den Regierungen verhandelt und versucht die besonderen Bedürfnisse unserer Hüttenwirte zu verdeutlichen.

Die Coronaregeln zum Nachlesen in der Speisekarte

Schlafsack oder Hüttenschlafsack? 
Probleme wie Wäsche-Hygiene waren ein großes Thema.
Während z.B. im Tal das Waschen der Bettwäsche nach jedem Gästewechsel keine Frage ist, wäre das für Hütten mit wenig Wasser, kleinen Waschmaschinen und ohne Trockner das Aus gewesen.
Man hat sich dann darauf geeinigt, dass die Gäste sich Bettwäsche, bzw. Schlafsäcke, Betttuch und Kopfkissenbezug selbst mitbringen müssen. Decken in jeder Form, die sonst in Verbindung mit Hüttenschlafsack genutzt werden konnten, mussten aus den Zimmern verschwinden. Hütten die selbst Wäsche waschen, oder waschen lassen können, können diese natürlich verwenden, müssen aber einen Wechsel nach jedem Gast garantieren.
Leider war das nicht zu allen Gästen durchgedrungen, so dass so mancher Gast auf der Hütte ankam und meinte „es wäre doch schon immer so gewesen ….“

Bitte halten Sie Abstand 
Die Frage des Abstandhaltens bei Unterbringung im Matratzenlager, Abstand halten, wenn die Hütte krachend voll ist, war ein anderes großes Thema
Um den Besucherandrang kontrollieren zu können und die maximal mögliche Anzahl an Schlafgästen nicht zu überschreiten wurde eine Reservierungspflicht eingeführt. Schutzhütte oder nicht, Gäste die nicht reserviert haben dürfen in diesem Jahr nicht aufgenommen werden, wenn jemand ohne Reservierung auf der Hütte ankommt und kein Corona-gerechter Platz mehr frei ist, muss der Gast abgewiesen werden, sollte er (oder sie) keine Möglichkeit haben anderswo Schutz vor der Nacht zu finden, wird die Bergrettung gerufen. Die Kosten hierfür werden gegeben Falls dem Gast angelastet.
Auch das hatte sich nicht zu allen Gästen herumgesprochen. „Es war aber doch schon immer so, …“ Gerade hier werden Geduld und Rücksichtsvermögen von Wirten und Gästen besonders auf die Probe gestellt und nicht immer gehen Diskussionen friedlich einher.
Unsere Wirte berichten von wilden Beschimpfungen bis hin zu Angeboten einer Extrazahlung, damit Unerlaubtes möglich gemacht wird.
An dieser Stelle sei gesagt, dass die Wirte da durchaus nicht willkürlich handeln, sondern auch ihnen die Behörden im Nacken sitzen. Es hat bereits zu Anfang der Saison unangemeldete Kontrollen gegeben und wird von Anzeigen und empfindlichen Strafen berichtet.

Zwischen den Matratzen sorgen Trennwände aus Holz für den nötigen Abstand zum Nachbarn.

Ich war noch nie in den Bergen, aber wollte schon immer mal eine Hüttentour machen 
Das sind Sätze die wir in der Geschäftsstelle, aber auch die Wirte auf den Hütten oft hören.
Es war schon immer so, dass unerfahrene Gäste die Hütten besucht haben, aber in diesem Jahr sind es ganz besonders viele und auch teilwiese ganz besonders unerfahrene.
Viele wollen aus Angst vor öffentlichen Verkehrsmitteln möglichst nah bis an die Hütte fahren, was teilweise zu Straßensperrungen geführt hat, weil die Parkplätze hoffnungslos überfüllt waren. Leider kamen dann auch die Busse nicht mehr durch.
Andere ließen sich von tollen Bildern auf Instagram locken und traten den Weg in die Berge nur an, um an gleicher Stelle ein ähnliches Foto zu „schießen“. Das führte dazu, dass manche Stellen zum Hotspot wurden, andere Touren aber weniger begangen und Hütten dadurch weniger beachtet wurden.
…Auch die Ausrüstung und das Vermögen Wetter und Höhe richtig einzuschätzen ist nicht immer ausgeprägt, berichten unsere Wirte.

Insgesamt kann man sagen, dass sich in unseren Hütten die schlimmsten Befürchtungen bislang nicht bewahrheitet haben, aber alle Beteiligten auf eine harte Geduldsprobe gestellt wurden.

  • Wir konnten öffnen, auch wenn das unsere Wirte vor ganz neue Herausforderungen gestellt hat. Danke an dieser Stelle für Euer Engagement
  • Auch wenn die Hütten im Juni Corona- und auch Wetter bedingt noch sehr schlecht besucht waren, lassen die Zahlen und Berichte vom Juli doch wieder hoffen.
  • Der zweite befürchtete Lockdown ist bislang ausgeblieben,
    Auch hier dank unserer Wirte und nicht zuletzt dank vieler verständnisvoller Gäste.
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