Zugvogel-Expedition auf die Lofoten 2021

Auf einem Rastplatz in Norwegen, genau auf dem nördlichen Polarkreis, stellten uns zwei Menschen die Frage, ,,ob wir eine spezielle Gruppe seien“, worauf wir antworteten: „Ja … wir sind schon sehr speziell.“ Wer uns noch nicht kennt, wir sind die Zugvögel, eine Jugendgruppe der JDAV! Dieses Projekt wurde von Teilnehmenden der Jahrgänge 2003-2005 geplant und umgesetzt. Wir machen gerne Fahrten in die Natur, mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken und am liebsten ins Kalte, mit viel Schnee. Eben speziell… und so führte es uns dieses Jahr in die herbstlichen Lofoten.

Aber wir wollen woanders beginnen. Zu unserem Projekt gehörte nämlich auch noch viel Vorbereitung. Wir mussten uns nicht nur sportlich auf das vorbereiten, was uns bevorstand, wir hatten auch organisatorisch viel um die Ohren, um zunächst eine 8tägige Vorbereitungsfahrt im Sommer und später unsere 16tägige Abschlussfahrt im Herbst auf die Beine zu stellen.

Ursprünglich planten wir im Sommer ins Tessin zu fahren. Doch aufgrund der zu der Zeit aktuellen Starkregenereignisse entschieden wir uns, weiter nach Italien ins «Alpi Maritime» zu fahren. Das bedeutete für uns spontan eine neue Route auszuarbeiten und weitere Stunden im Auto zu verbringen. Aber es hatte sich gelohnt, denn die Landschaft war einfach wunderschön und das Wetter sonnig und warm. Vor unserem ersten Aufstieg hüpften wir noch kurz in einen eiskalten Fluss und nachdem alle Rucksäcke gepackt waren, gingen wir los. Über alte Militärstraßen, vorbei an einer kleinen italienischen Alm, an Flüssen und Hochtal für Hochtal gingen wir immer weiter hinauf. Wir mussten feststellen, dass die vorgegebenen Zeiten auf den Wegweisern hier etwas komisch sind. So waren wir manchmal deutlich schneller, als es uns die Schilder prognostiziert haben und manchmal wiederum auch deutlich langsamer. Na ja, gegen Abend sind wir dann an einem Bergsee angekommen, wo wir auch unsere Zelte aufschlugen. Kurz vorher kauften wir noch bei einem Schäfer frischen Schafskäse, der noch ca. 400 Schafe erwartete, die auch etwas später in der Ferne den Hang hinunter gerannt kamen.

Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang zwischen den Gipfeln und einem gemeinsamen Frühstück zogen wir weiter. Es ging vorbei an zahlreichen Seen und später etwas beschwerlich einen Lärchenhang hinauf. Kurz vor dem Grat überraschte uns dann ein Gewitter und wir stiegen den ganzen Hang wieder hinab, um einen anderen Weg einzuschlagen. Kurz vor unserem Ziel machten wir noch ein kleines Päuschen, mit Blick auf den Argenterra, dem Vorzeigeberg der Region. Etwas später kamen wir an einer „Biwakschachtel“ an, in der wir dann auch schliefen. Es war wortwörtlich eine kleine Schachtel in der auf gerade mal etwa vier Quadratmetern neun Personen gestapelt schlafen konnten.

Am nächsten Morgen stiegen wir auf einen kleinen Gipfel, um den Sonnenaufgang von weiter oben zu sehen und es hatte sich gelohnt, obwohl wir zum entscheidenden Zeitpunkt noch nicht ganz oben waren. Auf dem Rückweg zu unseren Rucksäcken trafen wir neben einer alten Militärkaserne zwei Steinböcke, eine Mutter und ihr Kind. Ab da hieß es dann erst einmal immer weiter runter Richtung Tal. Anstatt der Steinwüsten sahen wir hier auch wieder zahlreiche Blumen und bunte Schmetterlinge. Unten angekommen ging es dann auf der anderen Seite wieder hoch, bis zu einer Berghütte, in dessen Nähe wir unser Zelt aufschlugen. Gerade als alle Schnüre abgespannt waren, fing es an zu Regnen.

Bei wieder schönem Wetter ging es an diesem Tag zurück ins Tal, zurück zu unserem Auto. Wir planten spontan einen Ruhetag ein, da es nicht allen aus unserer Gruppe so gut ging. Dafür badeten wir im örtlichen Fluss, sonnten uns und verbrachten unsere Zeit mit gemeinsamen Spielen. Am Abend lernten wir noch zwei andere Wanderer kennen. Sie waren seit einiger Zeit auf dem « GTA », (der Grande Traversata delle Alpi) unterwegs und gaben uns einen sehr guten Ortstipp für unsere letzten Tage.

Also ging es am nächsten Tag ein paar Täler weiter. Dort angekommen führte uns der Weg durch ein riesiges Blumenmeer, vorbei an einem Wasserfall und einer Kuhweide. Es gab so viele bunte Schmetterlinge, dass man sogar wirklich aufpassen musste, nicht einen aus Versehen unter seinem Schuh zu erdrosseln. Die Sonne schien und es war sehr warm. Zum Abkühlen sprangen wir auf halben Weg in einen eiskalten Bergsee, bevor wir die letzten Höhenmeter zu unserem Ziel hinaufstiegen. Oben angekommen erwartete uns erneut ein schöner See, an dem wir unsere Zelte aufschlugen. Die Hälfte von uns sprang noch auf einen Sonnenuntergangsgipfel, während die anderen eine Steinmandel bauten, quatschten und nebenbei kochten. Zum Abend aßen wir dann natürlich wieder gemeinsam.

Tropfen prasselten auf unser Zelt und die Aussicht auf unseren heutigen Gipfel schwand. Da wir aber noch nicht wieder den gleichen Weg zurück gehen wollten warteten wir die Zeit in unserem Gruppenzelt ab. Es wurden Geschichten erzählt und wir spielten eine Runde Werwolf. Gegen Mittag hörte es dann endlich auf zu Regnen und wir konnten uns auf den Weg hinauf machen. Als wir gerade oben ankamen, machte sich ein gemeines Gewitter auf den Weg zu uns und mit einem gehetzten Gipfelfoto in der Tasche stiegen wir wieder hinunter, zu unseren Zelten. Mit unsrem letzten Tourentag stiegen wir den gleichen Weg, vorbei an dem See, den Kühen und den Blumen, wieder hinab. Auf unserem Weg endeckten wir ein riesiges Blaubeerfeld, das wir natürlich nicht links liegen lassen konnten. Wir standen bestimmt zwanzig Minuten in den leckeren Beeren und stopften uns die Bäuche voll. Eine ziemlich gute Methode war es, die gesammelten Blaubeeren auf einem Grashalm zu einer Kette zu fädeln 🙂 Zurück am Auto machten wir uns dann leider schon wieder auf den Rückweg nach Berlin.

Zuhause warteten dann noch einige Wochen auf uns, bis unser großes Herbstprojekt – die  Lofoten – endlich beginnen konnte. Wir planten und wir trainierten. Es wurden von uns Pack- und Einkaufslisten geschrieben und eine Route ausgearbeitet. Kurz vor unserer Fahrt trafen wir uns über zwei Tage bei einer Teilnehmenden und beim Lagerfeuer und einem gemeinsamen Spaziergang besprachen wir die letzten wichtigen Dinge für unsere Fahrt. Zwei Tage vor unserer großen Abreise ging es dann noch darum den gemeinsamen Gruppeneinkauf zu bewältigen, der wie immer etwas chaotisch ablief. Doch am Freitag ging es dann endlich los…

Diesmal waren wir fünf Teilnehmende mit unseren 2 Juleis. Mit Musik, einem vollgepackten Auto und viel Vorfreude ging es zunächst Richtung Rostock zum großen Überseehafen, wo wir die Nachtfähre gegen 10 Uhr abends nach Trelleborg in Schweden nahmen. Gemeinsam bauten wir unser Nachtlager mitten in einem Gang im Schiff auf und aßen selbstgebackene kalte Pizza. Theoretisch sollte es in dieser Nacht einen Sternschnuppenregen geben, eigentlich ideal, doch leider war es bewölkt.

Der nächste Tag war besonders anstrengend. Als erstes wurden wir gegen fünf Uhr morgens vom Fährwecker geweckt und dann schafften wir es mit insgesamt 16 Autostunden bis kurz hinter Trondheim. Zwischendurch überquerten wir noch sehr entspannt die schwedisch–norwegische  Grenze und feierten zwei Geburtstage mit zwei Kuchen, von denen wir erst einen in der Mittagspause aßen und den anderen gleich in der nächsten Pause. Wir fühlten uns sehr verfressen, aber es schmeckte.

Am dritten Tag überquerten wir den nördlichen Polarkreis. Auf der Fähre, die uns hinüber zu den Lofoten brachte, sahen wir unsere ersten richtigen Polarlichter. Sie waren erst kaum mehr als ein grüner regloser Streifen, kaum zu unterscheiden von dem Rauch der Fähre. Doch der Streifen wurden immer heller und ganz plötzlich fingen die Lichter wie verrückt an zu tanzen - grün und rosa, direkt über unseren Köpfen, ein atemberaubendes Spektakel. Um Mitternacht kamen wir dann im Dorf »Å«, auf den Lofoten an, es war stockfinster. Erst am Morgen sahen wir die Berge um uns herum, in dessen Kulisse wir unsere Rucksäcke final packten.

Besonders wissenswert ist, dass die Lofoten schon etwa 3 Mrd. Jahre vor Festland-Norwegen entstanden und in dieser Zeit mehrfach ins Erdinnere zurücksanken, dort zusammengestaucht wurden, bis sie wieder auftauchten. Dieser tektonische Sonderfall macht sie daher landschaftlich auch so besonders.

Unser Weg führte uns zuerst über einige Stufen und Planken bis zum See Ågvatnet. Entlang des Ufers liefen wir auf die andere Seite. Der Weg war gewöhnungsbedürftig, pitsch-patsch-matschiger Untergrund und rutschige Steine. Auf der anderen Seite ging es dann endlich nach oben. Doch mitten auf unserem Weg stand ein Elch. Wir freuten uns zunächst und fotografierten ihn, aber der Elch rannte nicht weg. Er hatte wohl eher die Absichten sein Revier zu verteidigen. Nach einiger Zeit suchte er sich dann doch einen anderen Weg und ließ uns in Frieden. Endlich konnten wir unseren Weg zu einer Scharte fortsetzen, die uns hoch und auf die andere Seite zum offenen Atlantik führte. Die Scharte ging steil hinauf und zwischendurch mussten wir sogar eine Passage an einem vorinstallierten Seil hochkraxeln. Als wir auf dem Grat, auf ca. 540 hm, angekommen waren, war der Sonnenuntergang doch schon nahe und wir entschieden uns an Ort und Stelle zu schlafen (Gewitter sind das ganze Jahr über in Skandinavien kaum zu befürchten, weshalb das gut möglich war). Während die einen Wasser von etwas weiter unten holten, kochten die Anderen und bauten das Lager fertig auf. Als alle wieder da waren, aßen wir noch gemeinsam Nudeln mit Pesto und reflektierten den Tag, wie das bei uns so üblich ist.

Der nächste Morgen überraschte uns gleich mit etwas Neuschnee, der wie eine Puderzuckerschicht auf den Gipfeln lag. Die Aussicht war atemberaubend. Auf der einen Seite der See und die Meerenge, von der wir kamen und auf der anderen Seite das offene Meer, links und rechts von uns Berge. Wir packten schnell alles zusammen und stiegen die steile Graswand hinab. Es war schwer den richtigen Weg zu finden und die Grasballen, auf denen wir liefen, waren an der ein oder anderen Stelle doch recht lose. So entschieden wir uns umzukehren, zurück zu unserer Scharte. Diese wieder hinunterzukommen war dann doch anspruchsvoller als erwartet und so gingen wir die einzelnen Abschnitte in kleinen Grüppchen. Es regnete natürlich wieder mal, aber wir kamen polternd und rutschend gut unten an. Wir liefen nur noch bis zu einem kleinen Strand, an dem wir am Vortag schon vorbeikamen. Komplett durchnässt standen wir dann bei Einbruch der Dunkelheit neben unseren aufgebauten Zelten. Wenn die Kleidung und die Schuhe nicht vollständig durchschwämmt waren, dann hatten manch andere eine Pfütze im Inneren ihres Rucksacks. Zum Glück war es im Zelt warm und kuschelig. Es wurde vorgelesen und nebenbei gekocht.

Der nächste Tag war zum Glück etwas trockener und der Schnee auf den Gipfeln wurde mehr. Als Alternative zu unserem eigentlichen Weg suchten wir uns einen kleinen Gipfel, auf den wir hinaufstiegen und dort liefen wir endlich durch unseren ersten Schnee. Wenn auch nur ganz wenig, aber es war Schnee!! Eigentlich hatten wir gar nicht damit gerechnet, da der Wetterbericht uns vorher vor allem mildes Wetter prognostiziert hatte. Also freuten wir uns umso mehr. Auf dem Weg dahin sahen wir einen spektakulären Regenbogen, mitten auf dem See und oben angekommen hatten wir wieder mal eine grandiose Aussicht. Vom Licht und von der Atmosphäre her fühlte es sich fast so an, als seien wir Teil eines Piratenfilms, doch es kam kein Schiff vorbei, was uns mitnahm… Unten angekommen campierten wir direkt auf einer Steinküste und schliefen mit den Geräuschen des Meeres ein.

Über Nacht hatten wir die Möglichkeit, am Auto unsere wichtigsten Dinge zu trocknen und neu zu packen. Danach ging es mit dem Auto zwei Orte weiter, nach Sorvagen, von wo aus wir in eine neue Route starteten, Richtung Munkenbuhütte. Erst ging es einen breiten Weg entlang, immer entlang eines Flusses. Bald schon stiegen wir die ersten Meter hinauf. Wir passierten wieder mal einige glatte Steine, auch entlang von Ketten. Frisch gestärkt nach einer Mittagspause gingen wir weiter und schlugen uns durch den aufgeflauten Wind. An der Hütte angekommen stellten wir unsere Rucksäcke ab und ein Teil von uns sprintete auf den Munken (770 hm), den nebenliegenden Gipfel. Die anderen liefen nur bis zum höhergelegenen Bergsee. Wir schafften es genau zum Sonnenuntergang auf den schneebedeckten Gipfel. Der Ausblick war genial. Zahlreiche Fjorde und ganze Bergformationen wurden in ein herrliches Licht getaucht. Nachdem wir uns sattgesehen hatten, schlitterten wir den Munken wieder hinunter und trafen auf halber Strecke wieder auf die anderen. Gemeinsam verbrachten wir dann den Abend in der warmen Hütte.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg den höchsten Berg der Lofoten zu besteigen, den Hermannsdalstinden. Zuerst ging es zwischen zwei großen Seen auf die andere Seite der Senke und dann entlang eines weiteren Sees langsam hinauf. Der Schnee wurde immer mehr, je höher wir kamen. Kurz vor dem Gipfel mussten wir dann leider wieder umdrehen, da der Aufstieg zu gefährlich wurde. Wir machten uns also auf den Rückweg. Während die einen direkt zur Hütte gingen, machten anderen noch einen Abstecher hinab in ein finsteres Tal zum Forsfjorden. Je tiefer wir hinab gingen, unter anderem über alte Drahtseile, wechselte Schnee zu Regen und noch bevor wir unten ankamen, wurde es uns zu ungemütlich und wir stiegen wieder hinauf zur Hütte und zum Schnee. Inzwischen hatte sich unser Weg dorthin in eine wunderschöne Winterlandschaft verwandelt, durch die wir zurück stapften, zurück zu den anderen. Dort angekommen verbrachten wir eine weitere Nacht in der Hütte. Wir lernten einen Wanderer aus Dänemark kennen, der schon seit einigen Tagen unterwegs war. Er berichtete uns von seinen Erlebnissen und wir von unseren. Danach gingen wir alle ins Bett.

Morgens gingen wir dann unterhalb des Merraflestinden zurück, bis wir auf eine kleine Ebene mit Blick auf das Meer trafen, von wo aus wir den Sonnenaufgang betrachten konnten. Danach ging es zurück in die Ortschaft, wo unser Auto stand und wir fuhren wieder mal einige Orte weiter, zum Volandstinden. Natürlich stiegen wir auch hier hinauf, der Weg war nicht besonders anspruchsvoll. Leider zog sich, währenddessen der Himmel immer weiter zu und unsere gute Aussicht hielt sich in Grenzen. Oben auf dem Gipfel konnten wir allerdings eine respekteinflößende Windhose über dem Atlantik betrachten. Zurück am Auto bauten wir unser Zelt auf und es wurde eine Geschichte gelesen.

Am nächsten und unserem letzten Tourentag ließ leider das Wetter zu wünschen übrig und eine Gipfeltour war nicht möglich. Also entschieden wir uns zum kleinen urigen Ort Nußfjord zu laufen. Es ging entlang der Küste immer über Steine und durch kleine Birken- und Eschenhaine. Im Ort machten wir dann unsere Mittagspause und entdeckten die Schönheit des kleinen norwegischen Fischerdörfchen. Uns war es dann aber doch zu touristisch und wir zogen wieder weiter, erneut den Küstenweg entlang. Es wurde viel geredet und diskutiert. Danach stellten wir unser Auto in Fredvang ab und liefen zur berühmten Kvalvika-Bucht. Diese ist auch unter Surfern bekannt. Jetzt im verschneiten Herbst hatten wir den ganzen Strand für uns allein. Das letzte Stück gingen wir mit Stirnlampen im Dunkeln.

Den Montagmorgen verbrachten wir zuallererst damit, den Strand zu erkunden. Danach gingen wir wieder nach Fredvang. Dort galt es einkaufen zu gehen, das Auto umzuparken und den Hüttenschlüssel abzuholen. Mit Leckereien und Spielen in Rucksack ging es auf zur Hütte, die wir für vier Tage gemietet hatten. Nach einigen Planken, Felsstufen und Höhenmetern trafen wir auf eine kleine gefleckte Hauskatze mit langem Fell, die uns im tiefen Schnee entgegen kam und plötzlich sprang sie einem von uns einfach auf den Oberschenkel und ließ sich kräftig durchkraulen. Wir tauften sie »Canelsnörrer« (Zimtschnurrer) und sie begleitete uns bis zur Hütte. Oben machten wir es uns dann endlich gemütlich und über die Tage wurde geschlemmt, gespielt und wir stellten unsere eigene Pizza auf einem Heizofen her. Wir machten einen Nachmittagsspaziergang auf den Ryten (543 hm). Auf dem Gipfel waren sogar schon die ersten Schneewechten entstanden und wir mussten aufpassen nicht vom Wind hinunter geweht zu werden. Am zweiten Tag wurden wir dann endgültig eingeschneit, sodass sogar der Weg zum Plumpsklo jedes Mal ein kleines Abenteuer war.

Der nächste Tag war Abreisetag. Zunächst fuhren wir einen großen Umweg in Richtung Norden, um die teure Fähre von den Lofoten aufs Festland zu vermeiden. Ganz ohne Fähre ging es aber nicht und so nahmen wir dort eine kleine Autofähre wo die Distanz merklich kleiner geworden ist. Es muss sehr lustig ausgesehen haben, als sich sieben ungepflegte Zugvögel im Sitzbereich der Fähre auf einen Topf frisch vor der Fähre gekochter Nudeln stürzten und danach ein Spiel spielten, bei dem es unter anderem darauf ankam, ganz laut zu grummeln…

In den kommenden zwei Tagen schafften wir es mit dem Auto bis kurz hinter Göteborg. Dort schliefen wir in einem kleinen Unterstand direkt an einem schwedischen See. Wir saßen an diesem Tag noch bis spät am Abend am Lagerfeuer zusammen und spielten und redeten. An unserem letzten gemeinsamen Tag fuhren wir mit dem Auto noch weiter bis Trelleborg und setzten dort mit der Tagesfähre über, zurück nach Rostock. Wir reflektierten, werteten die Fahrt aus und verbrachten gemeinsame Zeit auf dem Schiffsdeck.

Zurück in Berlin trennten sich unsere Wege wieder vorerst. Aber wir Zugvögel freuen uns auf ein weiteres fahrtenreiches Jahr 2022.

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